Rechtsstand: 27.07.2026

Online Casino mit EU Lizenz — was eine MGA-Lizenz für Österreich bedeutet und was nicht

Der größere Teil der aus Österreich erreichbaren Angebote arbeitet mit einer Lizenz aus Malta oder Curaçao. Diese Anbieter sind beaufsichtigt — nur nicht hier.

00
österreichische Konzessionen § 14 GSpG
2027
ab dann beantragbar Entwurf
Illustration: eine befestigte Hafenmole mit Wachturm und Leuchtturm über flachem Wasser, flächig im Siebdruck.
Quellenlage

Diese Seite nennt bewusst keine Anbieternamen. Eine Liste ohne Konzessionsspalte erzeugt genau die Verwechslung, die dieses Register vermeiden soll. Ab dem 01.10.2027 können österreichische Konzessionen beantragt werden; erteilte Konzessionen führt dann das Register namentlich.

Eine Lizenz ist nicht dasselbe wie eine Konzession

Ein Online Casino mit EU Lizenz ist nach dem Recht seines Lizenzstaats zugelassen. Die Malta Gaming Authority prüft dabei durchaus substanziell: Zahlungsfähigkeit, technische Integrität der Spiele, Zufallsgeneratoren, Geldwäscheprävention. Wer diese Aufsicht als Scheinaufsicht abtut, wird der Sache nicht gerecht.

Nur ist sie für Österreich ohne Bedeutung. Das Glücksspielgesetz behält Ausspielungen über das Internet dem Bund vor und erlaubt sie ausschließlich dem Konzessionär Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS). Damit ist die Formulierung „in Österreich lizenziert“ bei einem Anbieter mit MGA-Lizenz keine Ungenauigkeit, sondern eine falsche Behauptung. Korrekt ist: „lizenziert durch die MGA (Malta)“.

Die drei Unterschiede, die tatsächlich zählen

Erstens der Spielvertrag: Bei einem Anbieter ohne österreichische Konzession ist er nach der Rechtsprechung nichtig — mit Folgen in beide Richtungen, wie unter Rückforderung dargestellt. Zweitens die Abgaben: Die Konzessions- und Glücksspielabgabe von 45 Prozent trifft den Konzessionär, nicht den maltesisch lizenzierten Anbieter. Drittens der Beschwerdeweg: er führt zur Behörde des Lizenzstaats.

Aus dem zweiten Punkt folgt der Unterschied, den Spieler zuerst bemerken: das größere Spielangebot. Wer je Spiel keine österreichische Abgabe abführt, kalkuliert Portfolio und Auszahlungsquoten anders. Der Umfangsvorsprung ist damit kein Zeichen besserer Arbeit, sondern eine Folge unterschiedlicher Kostenbasis.

Konzession und EU-Lizenz nebeneinander

Merkmal win2dayAnbieter mit EU-Lizenz (typisch)
Österreichische Konzession ja nein
Lizenz Österreichische Konzession (§ 14 GSpG) MGA (Malta) bzw. Curaçao
Spiele (Anzahl) rund 1.000 oft ein Mehrfaches des konzessionierten Angebots
davon Slots 750
Einzahlungslimit 250 € pro Woche unter 26 Jahren, 400 € pro Woche ab 26 Jahren vom Anbieter selbst gesetzt
Vertragslage nach österreichischem Recht wirksam nach der Rechtsprechung nichtig
Abgabe in Österreich 45 % — Konzessions- und Glücksspielabgabe für elektronische Lotterien keine

Rechtsstand 27.07.2026. Spielzahlen schwanken und sind zum genannten Stand erhoben. Die zweite Spalte ist eine Sammelzeile und beschreibt keinen einzelnen Anbieter.

Was eine MGA-Lizenz leistet — und wo sie endet

Eine maltesische Lizenz ist keine Behauptung ohne Inhalt. Sie bindet den Anbieter an die Aufsicht der Malta Gaming Authority, an dortige Anforderungen zu Auszahlungsquoten, Kundengeldern und Spielerschutz, und sie ist der Grund, weshalb solche Angebote nicht als unbeaufsichtigt bezeichnet werden können. Der entscheidende Punkt ist ein anderer: die Aufsicht sitzt in Malta, und sie prüft nach maltesischem Recht.

Für einen Spieler in Österreich hat das zwei konkrete Folgen. Erstens gilt bei einer Beschwerde die Zuständigkeit der maltesischen Behörde, nicht die des Bundesministeriums für Finanzen — die österreichische Glücksspielaufsicht beaufsichtigt Konzessionäre nach dem GSpG Bundesministerium für Finanzen (BMF), und ein Anbieter ohne österreichische Konzession ist keiner. Zweitens verschiebt die europäische Rechtsprechung die Frage nicht ins Ausland: der Europäische Gerichtshof hat mit C-77/24 zur gerichtlichen Zuständigkeit entschieden EUR-Lex / Court of Justice of the European Union, und die österreichische Judikatur behandelt den Spielvertrag mit einem Anbieter ohne Konzession als nichtig — dargestellt unter Rückforderung.

Daraus folgt der Satz, der auf dieser Art von Angebot regelmäßig falsch steht: „in Österreich lizenziert“ ist unzutreffend. Zutreffend ist „lizenziert durch die MGA (Malta)“. Der Unterschied ist keine Formulierungsfrage, sondern entscheidet darüber, welche Behörde zuständig ist und ob der Vertrag hält.

Warum die Angebote größer sind

Der auffälligste Unterschied ist der Umfang des Spielangebots, und er hat eine nachrechenbare Ursache. Auf elektronische Lotterien wird in Österreich die Konzessions- und Glücksspielabgabe erhoben, angehoben von 40 auf 45 Prozent Parlament Österreich. Ein Anbieter mit maltesischer Lizenz führt in Österreich keine solche Abgabe ab. Wer je Spiel deutlich mehr abführt, kalkuliert Einkauf und Pflege eines Spielekatalogs anders — die Zahl der Titel ist damit eher eine Folge der Kostenbasis als ein Qualitätsurteil.

Was sich zum 31. Dezember 2026 ändern soll

Der Entwurf zur Novelle verlangt, dass Anbieter, die eine österreichische Konzession anstreben, ihr bisheriges Angebot in Österreich mit 31.12.2026 einstellen CMS Reich-Rohrwig Hainz. Danach folgt eine Phase ohne Antragsmöglichkeit: Anträge sind erst ab 01.10.2027 vorgesehen.

Für den Vollzug sind Netzsperren gegen Hosting- und Access-Provider, Zahlungssperren sowie eine öffentliche Blacklist und eine Whitelist geplant. Sollte die Whitelist kommen, wäre sie für ein Register wie dieses die beste denkbare Quelle — und würde diese Seite in ihrer heutigen Form überflüssig machen. Der Verfahrensstand steht unter GSpG-Novelle.

Häufige Fragen

Ist ein Online Casino mit EU Lizenz in Österreich erlaubt?

Es besitzt keine österreichische Konzession. Das Glücksspielgesetz behält Ausspielungen über das Internet dem Bund vor; eine maltesische Lizenz ersetzt diese Konzession nicht. Die Angabe „in Österreich lizenziert“ ist für solche Anbieter sachlich falsch.

Was prüft die Malta Gaming Authority?

Nach maltesischem Recht unter anderem Zahlungsfähigkeit, technische Integrität der Spiele, Zufallsgeneratoren und Geldwäscheprävention. Diese Aufsicht ist real — sie gilt aber für Malta und nicht für Österreich.

Worin unterscheidet sich eine Curaçao-Lizenz?

Curaçao gilt historisch als deutlich weniger streng als Malta, mit geringeren Anforderungen an Spielerschutz und Beschwerdewege. Beide sind für Österreich gleichermaßen keine Konzession.

Was bedeutet das für den Spielvertrag?

Nach der Rechtsprechung ist ein Glücksspielvertrag mit einem Anbieter ohne österreichische Konzession nichtig. Die Folgen wirken in beide Richtungen und sind unter Rückforderung beschrieben.

Zahlen diese Anbieter Abgaben in Österreich?

Nein. Die Konzessions- und Glücksspielabgabe für elektronische Lotterien, angehoben auf 45 Prozent, trifft den Konzessionär. Das erklärt einen Teil des Unterschieds im Spielangebot.

Warum nennt diese Seite keine Anbieternamen?

Weil eine Liste ohne Konzessionsspalte genau die Verwechslung erzeugt, die dieses Register vermeiden soll. Sobald ab 01.10.2027 österreichische Konzessionen beantragt werden können, führt das Register die erteilten Konzessionen namentlich — dann mit Rechtsgrundlage.

Wie erkennt man, welche Lizenz ein Anbieter führt?

Am Lizenzhinweis im Footer: er nennt die Behörde und die Lizenznummer. Die Nummer lässt sich im Register der genannten Behörde nachsehen. Fehlt der Hinweis oder verweist er auf eine Behörde, die es nicht gibt, ist die Frage beantwortet.

Ändert die Novelle etwas für diese Anbieter?

Deutlich. Der Entwurf verlangt, dass Anbieter ohne österreichische Konzession ihr Angebot mit 31.12.2026 einstellen, und sieht Netzsperren, Zahlungssperren sowie eine öffentliche Blacklist vor. Wer die Wohlverhaltensphase einhält, kann nach Darstellung von Rechtsberatern später eine Konzession erhalten.

Ist das Spielangebot bei EU-lizenzierten Anbietern größer?

In der Regel ja, häufig um ein Mehrfaches. Das ist der Punkt, an dem der konzessionierte Anbieter regelmäßig unterliegt — und die Kostenbasis ist ein wesentlicher Grund dafür.

Wohin führt eine Beschwerde?

Zur Aufsichtsbehörde des Lizenzstaats, also etwa nach Malta. Eine österreichische Behörde ist für einen Anbieter ohne österreichische Konzession nicht Beschwerdestelle.

Quellen

  1. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) Glücksspielgesetz (GSpG), geltende Fassung geprüft am 27.07.2026 · Primärquelle
  2. Bundesministerium für Finanzen (BMF) Konzessionäre und Ausspielbewilligte geprüft am 27.07.2026 · Primärquelle
  3. CMS Reich-Rohrwig Hainz Glücksspielreform 2026: Österreich öffnet den Online-Markt unter strengen Auflagen geprüft am 27.07.2026 · Sekundärquelle
  4. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) RIS-Justiz — OGH-Entscheidungen (u. a. 4 Ob 151/22x) geprüft am 27.07.2026 · Sekundärquelle
  5. Parlament Österreich 16/ME XXVIII. GP — Budgetbegleitgesetz, Vorblatt und Erläuterungen geprüft am 27.07.2026 · Primärquelle